EN ISO 13688 | Allgemeine Anforderungen an Schutzbekleidung
Allgemeine Anforderungen an Schutzbekleidung.
Die Norm EN ISO 13688 regelt allgemeine Anforderungen, die an Schutzkleidung gestellt werden. Besonders auf allgemeine
Erfordernisse in Bezug auf Ergonomie, Alterung, Größen und Kennzeichnungen der Schutzbekleidung wird eingegangen.
Dem Benutzer muss durch die Gestaltung der Kleidung maximaler Komfort geboten werden und es dürfen durch die verwendeten
Komponenten und Materialien keine unerwünschten Auswirkungen wie Entzündungen, Allergien oder Verletzungen entstehen.
Eine sachgemäße Prüfung oder ein OEKO-TEX® Zertifikat muss für die verwendeten Materialien vorliegen, damit negative
Auswirkungen ausgeschlossen werden können.
EN ISO 420 | Allgemeine Anforderungen an Schutzhandschuhe
Allgemeine Anforderungen an Schutzhandschuhe.
Allgemeine Anforderungen an Design und Konstruktion von Sicherheitshandschuhen werden in der Norm EN 420 festgehalten.
Weiterführend geht die Norm auf Leistungsvermögen, Tragekomfort und Unschädlichkeit der Handschuhe ein. Über die relevanten
Prüfverfahren, die Sicherheit und Leistung der Handschuhe feststellen, sowie die Informations- und Kennzeichnungspflichten
des Herstellers wird ebenfalls Auskunft gegeben.
EN ISO 388 | Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken
Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken.
Die Kriterien, die Schutzhandschuhe gegen mechanische Risiken erfüllen müssen, sind in der Norm EN 388 erfasst.
Die mechanische Beanspruchung wird in vier Merkmalgruppen unterteilt: Schnittfestigkeit, Reißfestigkeit,
Abriebfestigkeit und Stichfestigkeit. Entsprechend dieser vier Gruppen werden die Handschuhe getestet
und anschließend in Leistungsstufen eingeteilt. Die Bewertung erfolgt in Zahlen mit 1 als niedrigste Stufe
und 4 als höchste Stufe. Lediglich die Schnittfestigkeit wird mit fünf Leistungsstufen beurteilt.
Um die volle Sicherheit zu gewährleisten, müssen die Handschuhe mit einem Hammersymbol, dem Namen der Norm
sowie der Leistungsstufe gekennzeichnet werden.
EN ISO 343 | Schutz gegen Regen
Schutz gegen Regen.
Bei der Norm EN 343 sind zwei Werte besonders wichtig: Wasserdurchgangswiderstand (Wasserdichtigkeit) und
Wasserdampfdurchgangswiderstand. An allen eingesetzten Materialien und Nähten werden diese Werte gemessen.
Aus den Messergebnissen dieser Prüfung wird die Klasse, in die das Kleidungsstück eingestuft wird, ermittelt.
Die Bekleidung wird mit dem Wetterschutzsymbol, der Nummer der Norm und den entsprechenden Klassen gekennzeichnet.
X: (Wasserdurchgangswiderstand)
Y: (Wasserdampfdurchgangswiderstand)
EN ISO 20471 | Hochsichtbare Warnkleidung
Hochsichtbare Warnkleidung.
Bekleidung, die dieser Norm entspricht, soll sicherstellen, dass Träger bei verschiedensten Lichtverhältnissen
von allen Seiten besonders von Kraftfahrern als auffällig sichtbar und als Mensch wahrgenommen werden.
Diese Norm ist gültig für Situationen mit hohem Risiko, z. B. Notfallsituationen oder Arbeiten im Straßenraum.
Die Klassen für hohes Risiko werden in drei Stufen eingeteilt:
Hohes Risiko Klasse 1
Passive Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr, Fahrgeschwindigkeit bis zu 30 km/h.
Hohes Risiko Klasse 2
Passive Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr, Fahrgeschwindigkeit bis zu 60 km/h.
Hohes Risiko Klasse 3
Passive Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr, Fahrgeschwindigkeit über 60 km/h.
Auch bei einer Verkehrsgeschwindigkeit von 15 km/h oder weniger kann das Risiko bereits mittelgroß sein.
Umgebungskontrast, Verkehrsdichte, Wetter und andere Faktoren können das Risiko erhöhen.
EN ISO 14058 | Schutz gegen kühle Umgebung
Schutz gegen kühle Umgebungen.
Kleidungsstücke, die zum Schutz gegen die Auswirkungen kühler Umgebungen mit Temperaturen über –5 °C konzipiert werden,
müssen der europäischen Norm EN 14058 entsprechen. Die Norm regelt Anforderungen und Prüfverfahren, u. a. zu
Lufttemperatur, Windgeschwindigkeit und Luftfeuchte. Von dieser Norm ausgeschlossen sind vollständige Kälteschutz-Systeme.
Einteilung des Wärmedurchgangswiderstands Rct (m²K/W) in 4 Klassen:
Klasse 1 – 0,06 ≤ Rct < 0,12
Klasse 2 – 0,12 ≤ Rct < 0,18
Klasse 3 – 0,18 ≤ Rct < 0,25
Klasse 4 – 0,25 ≤ Rct
EN ISO 6330 | Nichtgewerbliche Wasch- und Trocknungsverfahren
Nichtgewerbliche Wasch- und Trocknungsverfahren zur Prüfung von Textilien.
Die Norm EN ISO 6330 legt standardisierte Haushalts-Wasch- und Trocknungsverfahren fest, um textile Flächen
vergleichbar zu prüfen. Je nach Maschinentyp (A, B oder C) gibt es mehrere definierte Waschprogramme.
Auch die Trocknung (Verfahren A–F), die Wasserhärte und das Waschmittel werden normiert,
damit Ergebnisse reproduzierbar sind.
EN ISO 15797 | Industrielle Wasch- und Finishverfahren
Industrielle Wasch- und Finishverfahren zur Prüfung von Arbeitskleidung.
Diese Norm simuliert die Beanspruchung durch industrielle Reinigung von Arbeitskleidung.
Da ein echtes Industriewaschverfahren nicht 1:1 im Labor reproduzierbar ist, beschreibt die Norm
standardisierte Prüfbedingungen als Annäherung. Acht Waschverfahren sind aufgeführt.
Für die Trocknung werden u. a. Tumbler und Tunnel-Finish beschrieben.
Am Ende sollte die reale Eignung zusätzlich in echten Industrieanlagen geprüft werden.
EN ISO 1149-5 / EN 1149-3 | Elektrostatische Eigenschaften
Elektrostatische Eigenschaften.
Elektrostatische Aufladung entsteht z. B. durch Reibung oder Trennung von Materialien, besonders bei schlecht
leitfähigen Stoffen. In explosionsgefährdeten Bereichen darf es zu keiner zündfähigen Entladung kommen.
Ableitfähige Kleidung, ableitfähige Schuhe und geerdete Böden sind Pflicht. Die Kleidung muss vollständig
geschlossen und eng anliegend getragen werden; das An- oder Ausziehen in explosionsgefährdeten Bereichen ist verboten.
Die Prüfordnung für elektrostatisch ableitfähige Schutzbekleidung zur Vermeidung zündfähiger Entladungen
wird in der Norm EN 1149 festgelegt. Bewertet wird nach EN 1149-3:2001.
Achtung: Nicht ableitfähige Zusatzteile (Etiketten, Logos, Reflexstreifen) außen dürfen bestimmte Größen nicht überschreiten,
sonst braucht man Nachweise, dass keine zündfähige Entladung entsteht.
Einsatzbereiche:
Lackierbetriebe | Entleerung von Silosattelfahrzeugen | Chemische / pharmazeutische Industrie |
Mischanlagen | Tanklager | Raffinerien | Mühlen | Misch- und Förderanlagen
EN ISO 11611 | Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren
Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren.
Diese internationale Norm legt die Leistungsanforderungen an Kleidung fest, die bei Schweißarbeiten oder ähnlichen Tätigkeiten
getragen wird. Sie schützt z. B. vor Metallspritzern, kurzzeitigem Flammenkontakt und Strahlungswärme.
Leistungsklassen:
Klasse 1 – niedrige Klasse:
Für weniger riskante Schweißarbeiten mit geringer Spritzbelastung und niedriger Strahlungshitze.
– Beständig gegen mindestens 15 Tropfen Metall
– Wärmedurchgang (Strahlung) RHTI 24 ≥ 7 Sekunden
Klasse 2 – höhere Klasse:
Für Arbeiten in engen Räumen oder Zwangshaltung.
– Beständig gegen mindestens 25 Tropfen Metall
– Wärmedurchgang (Strahlung) RHTI 24 ≥ 16 Sekunden
Für vollständigen Schutz müssen zusätzlich Gesicht, Kopf, Hände und Füße mit passender PSA geschützt werden.
Kennzeichnung erfolgt mit dem entsprechenden Piktogramm, inkl. Normbezeichnung, Klassenangabe und Beflammungsprüfung (A1/A2).
EN ISO 11612 | Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen
Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen.
Die Norm EN ISO 11612 beschreibt Schutz vor kurzzeitigem Flammenkontakt und vor verschiedenen Arten der Wärmeübertragung.
Die Kennzeichnung erfolgt über Codes, z. B.:
Code A: Begrenzte Flammausbreitung
A1 – Beflammung der Fläche
A2 – Beflammung der Kante
Code B: Konvektive Wärme (B1–B3)
Code C: Strahlungswärme (C1–C4)
Code D: Flüssige Aluminium-Spritzer (D1–D3)
Code E: Flüssige Eisen-Spritzer (E1–E3)
Code F: Kontaktwärme (F1–F3)
Um EN ISO 11612 zu erfüllen, muss die Kleidung immer mindestens Code A (A1 oder A2) plus mindestens einen weiteren Code bestehen.
Auf dem Etikett stehen Piktogramm, Buchstabencode und jeweilige Leistungsstufe (je höher die Zahl, desto höher der Schutz).
Typische Einsatzbereiche:
Chemieunternehmen | Gefahrgut-Transport | Entsorgung | Versorgungsunternehmen |
hitze- und explosionsgefährdete Betriebe (Automobilindustrie, Stahlwerke, Metallverarbeitung, Glas) |
Petrochemie / Raffinerien
EN ISO 61482-1-2 | Schutz gegen die thermischen Gefahren eines elektrischen Lichtbogens
Schutz gegen die thermischen Gefahren eines elektrischen Lichtbogens.
Diese Norm beschreibt Prüfverfahren für Schutzkleidung bei Arbeiten mit Risiko eines Störlichtbogens.
Ein Störlichtbogen entsteht, wenn zwei Leiter ungewollt verbunden werden – z. B. durch technische Defekte,
Verschmutzung, Fehlbedienung oder ungünstige Witterung. Dabei können Temperaturen bis zu 10.000 °C auftreten.
Die Kleidung muss vollständig und geschlossen getragen werden. Zusätzlich sind Kopf- und Handschutz notwendig.
Die Norm schützt nicht vor elektrischer Durchströmung, sondern vor den thermischen Auswirkungen.
Die Schutzklassen gegen Störlichtbögen werden mit APC 1 oder APC 2 angegeben.
Getestet wird u. a. mit dem Box-Test (gerichteter Prüflichtbogen) und dem Open-Arc-Test
(ungerichteter Prüflichtbogen). Daraus ergeben sich u. a. der ELIM-Wert (EU, Energiegrenze ohne Verbrennungen 2. Grades)
und der ATPV-Wert (USA/Kanada, Energie bei 50 % Risiko für Verbrennungen 2. Grades), jeweils in cal/cm².
EN ISO 381-5 | Schnittschutzbekleidung für handgeführte Kettensägen
Schnittschutzbekleidung für Benutzer von handgeführten Kettensägen.
Diese Norm beschreibt Kleidung, die beim Arbeiten mit Kettensägen vor Schnittverletzungen im Beinbereich schützt.
Die Schutzwirkung entsteht dadurch, dass die Kette blockiert wird und nicht weiter schneiden kann.
Der Schutzgrad hängt u. a. von Motordrehmoment, Kettengeschwindigkeit, Kontaktdauer,
Arbeitsposition und Auftreffwinkel ab.
Schutzklassen:
Klasse 1: bis 20 m/s Kettengeschwindigkeit
Klasse 2: bis 24 m/s Kettengeschwindigkeit
Klasse 3: bis 28 m/s Kettengeschwindigkeit
Design A/B: Für professionelle Anwender in der Holzernte, Schutz hauptsächlich vorne am Bein.
Design C: Für seltene Anwender (Feuerwehr, THW etc.), Rundumschutz an Vorder- und Rückseite.
Die Bekleidung muss gut sichtbar mit einem entsprechenden Piktogramm gekennzeichnet sein.
EN ISO 14404 | Knieschutz für Arbeiten in kniender Haltung
Knieschutz für Arbeiten in kniender Haltung.
Knieschutzhosen und Knieschutzpolster müssen zusammen zertifiziert werden, nur dann ist der Schutz gesichert.
Beim Typ 2 handelt es sich um Polster, die in Taschen am Hosenbein eingelegt werden.
Leistungsstufen:
Stufe 0: glatter Boden, kein Durchstichschutz
Stufe 1: Boden darf Unebenheiten haben, Durchstichschutz ≥ 100 ± 5 N
Stufe 2: Einsatz unter schwierigen Bedingungen, Durchstichschutz ≥ 250 ± 10 N
Die Kennzeichnung erfolgt mit Piktogramm, Normbezeichnung und Leistungsstufe.
EN ISO 13034 Typ 6 | Schutzkleidung gegen flüssige Chemikalien
Schutzkleidung gegen flüssige Chemikalien (Typ 6).
Die Norm EN 13034 legt Mindestanforderungen für Chemikalienschutzanzüge zum begrenzten Einsatz (Typ 6) fest.
Diese Kleidung bietet begrenzten Schutz gegen leichte Spritzer, Aerosole oder Sprays. Geeignet ist sie für Szenarien
mit geringem Risiko, in denen der Träger bei Kontamination rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen kann.
Typ 6 ist die niedrigste Leistungsstufe des Chemikalienschutzes. Bestimmte Chemikalien müssen im Vorfeld
geprüft werden. Kennzeichnung: Piktogramm + "EN 13034 Typ 6".